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Wolken, die für VFR-Piloten zählen

Stand: Quellen geprüft am 3. November 2026

Kurz gesagt

Die WMO unterscheidet zehn Wolkengattungen in drei Stockwerken: hoch, mittel und tief. Für VFR-Piloten sind vor allem Cumulonimbus (Gewitterwolke), Towering Cumulus (erste Stufe des Gewitters), Cumulus, Stratus, Nimbostratus und Linsenwolken wichtig. Sie stehen für Gewitter, Turbulenz, Vereisung, erschwerten Sichtflug und Gebirgswellen.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) beschreibt im International Cloud Atlas zehn Wolkengattungen. Für den Sichtflug solltest du sechs Wolkentypen besonders gut kennen.

Zehn Gattungen in drei Stockwerken

Die WMO unterscheidet zehn Wolkengattungen (englisch genera). Sie teilt die Troposphäre in drei Stockwerke ein: hoch, mittel und tief. Die Stockwerke überlappen sich, und ihre Grenzen ändern sich mit der geografischen Breite.

StockwerkGattungenHöhe in gemäßigten Breiten
HochCirrus (Ci), Cirrocumulus (Cc), Cirrostratus (Cs)5 bis 13 km
MittelAltocumulus (Ac), Altostratus (As), Nimbostratus (Ns)2 bis 7 km
TiefStratus (St), Stratocumulus (Sc), Cumulus (Cu), Cumulonimbus (Cb)Boden bis 2 km (6.500 ft)

Die meisten Wolken bleiben in ihrem Stockwerk. Es gibt drei Ausnahmen:

  • Altostratus liegt meist im mittleren Stockwerk, reicht aber oft höher.
  • Nimbostratus liegt fast immer im mittleren Stockwerk, reicht aber meist in die beiden anderen.
  • Cumulus und Cumulonimbus haben ihre Basis meist im tiefen Stockwerk, ihre senkrechte Ausdehnung ist aber oft so groß, dass die Spitzen ins mittlere und hohe Stockwerk reichen.

Sechs Wolken, die im Sichtflug zählen

Die Beschreibung stammt aus dem Cloud Atlas der WMO, die Wirkung auf den Flug aus dem FAA Aviation Weather Handbook.

WolkeSo erkennst du sieDas bedeutet sie für den Flug
Cumulonimbus (Cb)schwere, dichte Wolke mit großer senkrechter Ausdehnung, wie ein Berg oder riesige Türmeenthält nahezu das gesamte Spektrum an Flugrisiken, einschließlich extremer Turbulenz
Towering Cumulus (TCU)Cumulus mit großer senkrechter Ausdehnung, bei der WMO Cumulus congestussehr starke Turbulenz und etwas klares Eis über der Nullgradgrenze, erste Stufe eines Gewitters
Cumulus (Cu)einzelne, meist dichte Wolken mit scharfen Rändern, die sich wie Hügel, Kuppeln oder Türme nach oben entwickelnbei geringer senkrechter Entwicklung etwas Turbulenz und keine nennenswerte Vereisung
Stratus (St)meist graue Schicht mit ziemlich gleichmäßiger Untergrenzewenig oder keine Turbulenz, aber bei Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt gefährliche Vereisung; mit Nebel oder Niederschlag wird Sichtflug schwierig
Nimbostratus (Ns)graue, oft dunkle Schicht, durch mehr oder weniger anhaltenden Regen oder Schnee diffussehr wenig Turbulenz, aber bei Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt ein ernstes Vereisungsproblem
Linsenwolke (Altocumulus lenticularis)Fleck in Form einer Linse oder Mandel, oft stark in die Länge gezogenHinweis auf Gebirgswellen und starken Wind, unter den Wolken oft mäßige bis starke Turbulenz

Gewitterwolken: Cumulonimbus und Towering Cumulus

Ein Gewitter entsteht immer aus einer Cumulonimbus-Wolke. Es ist stets von Blitz und Donner begleitet, meist von starken Böen und Starkregen, manchmal von Hagel. Wegen Blitz und Donner heißt die Wolke im Volksmund Gewitterwolke.

Nach dem FAA-Handbuch hat jedes Gewitter Gefahren für die Luftfahrt, aber nicht jedes alle, und von außen erkennst du nicht, welche. Zu den Gefahren zählen tiefe Wolkenuntergrenze und schlechte Sicht, Blitz, widrige Winde, Downbursts, Turbulenz, Vereisung, Hagel und schnelle Höhenmesseränderungen. Gewitter sind meist zu hoch zum Überfliegen und zu gefährlich zum Durchfliegen oder Unterfliegen. Das Handbuch rät: Gewitter zu meiden ist die beste Strategie.

Im METAR wird die Wolkenart nur für Cumulonimbus und Towering Cumulus gemeldet, abgekürzt als CB und TCU. TCU ist der ICAO-Begriff für Cumulus congestus, eine Cumulus-Wolke von großer senkrechter Ausdehnung.

Linsenwolken und Gebirgswellen

In stabiler Luft muss starker Wind quer zu einem Gebirge auf der Luvseite aufsteigen und an den Hängen auf der windabgewandten Seite absinken. Die gestörte Strömung schwingt dann: Es entstehen Gebirgswellen, und in feuchter Luft bilden sich an den Wellenbergen Wolken. Die WMO nennt Linsenwolken einen Hinweis auf starken Wind in stabilen mittleren Schichten der Atmosphäre. Sie bringen keinen Niederschlag.

Nach dem FAA-Handbuch zeigen die Wolken die Lage der Wellenberge an, sagen aber nicht sicher, wie stark Turbulenz und Auf- und Abwinde sind. Sie sind der sichtbare Beweis für Gebirgswellen, können aber fehlen, wenn die Luft zu trocken ist. Unter den Wolken melden Piloten häufig mäßige bis starke Turbulenz. Rotorwolken weisen nach der WMO auf schwere Turbulenz in Bodennähe hin und sind eine Gefahr für die Luftfahrt.

Quellen

  1. 1. WMO International Cloud Atlas (online edition, 2017) (World Meteorological Organization (WMO), Abschnitte 2.1.3, 2.2.1.2 (Tabelle 6), 2.2.2.1, 2.3.5 bis 2.3.10, 2.3.4.2.2, 2.4.3, abgerufen am 3. November 2026)
  2. 2. FAA Aviation Weather Handbook (FAA-H-8083-28B, 2026) (Federal Aviation Administration (FAA), Kapitel 12 (12.2, 12.3, Tabelle 12-3), 16.2.4, 16.2.7, 22.1, 22.3, 22.7, 22.8.2, Anhang A, abgerufen am 3. November 2026)
  3. 3. WMO-No. 782, Aerodrome Reports and Forecasts: A Users' Handbook to the Codes (2025 edition) (World Meteorological Organization (WMO), Abschnitt zur Wolkengruppe im METAR (CB und TCU), abgerufen am 3. November 2026)
  4. 4. Easy Access Rules for ATM/ANS (Regulation (EU) 2017/373), Part-MET, Revision March 2025 (EASA, Anhang V (Part-MET): MET.TR.200(a)(9), AMC1 MET.TR.205(e)(1), abgerufen am 3. November 2026)
  5. 5. Commission Implementing Regulation (EU) No 923/2012 (SERA), consolidated version of 01.05.2025 (EUR-Lex, SERA.5001, abgerufen am 3. November 2026)

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